Verkostung des Bio-Jahrgangs 2025

Heute Morgen haben wir gemeinsam mit Sébastien, unserem Kellermeister und Önologen, den Bio-Jahrgang 2025verkostet. Die Probe wurde aus einem 50-Hektoliter-Tank für Biowein entnommen:

Der Wein ist frisch und geschmeidig, mit Aromen von Unterholz und Sauerkirschen. Seine rubinrote Farbe ist typisch für einen Naturwein. Am Gaumen ist er – wie mein Großvater zu sagen pflegte – sehr bekömmlich und „lässt sich gut trinken“. Eine leichte Säure ist noch spürbar, die sich jedoch bis zur Abfüllung harmonisieren wird. Diese Lebendigkeit bildet das Fundament für sein Lagerpotenzial.

Es fand keine Thermovinifikation statt, was zweifellos diesen Eindruck eines naturbelassenen, vom Terroir geprägten Weines hinterlässt. Die malolaktische Gärung erfolgte im Anschluss an die alkoholische Gärung; der Übergang von der Hefe- zur Bakterienarbeit sorgt für einen sehr ausgewogenen und stabilen Wein.

Die Herstellung eines Bio-Weins unterliegt, genau wie der Anbau von Bio-Trauben, einer Kontrollprüfung. Alpes-Contrôle ist mit der Prüfung beauftragt und hat eine Probe entnommen, um sicherzustellen, dass keine unzulässigen Stoffe wie beispielsweise Pestizide enthalten sind.

Bei der Erzeugung dieses Bio-Jahrgangs wurden die Trauben nicht abgebeert: Die Mazeration erfolgte als Ganztraubenvergärung. Selbstverständlich wird das Lesegut aus den Bio-Parzellen getrennt von der traditionellen Ernte verarbeitet: Leitungen, Pumpen und Pressen müssen zwischen jedem Durchgang gespült werden.

Bei diesem Jahrgang gab es keine Anreicherung (Chaptalisation). Was den Schwefel (SO2​) betrifft, so ist der Gehalt sehr niedrig und liegt weit unter den für Bio-Wein vorgeschriebenen Normen.

Alles in allem ist dieser Jahrgang köstlich – umso mehr, da er ein Aroma von Sauerkirsche besitzt, einer meiner Lieblingsfrüchte.

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